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28.03.2017

Das Desaster von Linz

Die WKF (World Karate Federation) ist an Masslosigkeit, Überheblichkeit und Arroganz kaum zu überbieten. Jüngstes Beispiel ist die Karate-WM der WKF, die vom 25. bis 30. Oktober 2016 in Linz Österreich stattfand. Vor ein paar Tagen (am 20. März 2017) hat die österreichische Kronen Zeitung vom finanziellen Desaster berichtet. Der Artikel kann hier nachfolgend heruntergeladen werden.

Der Artikel sagt alles:

-     Ein Budget von unfassbaren 3.2 Millionen Euro !

-     Ein Verlust von unfassbaren 700'000 Euro !

-     10'200 verkaufte Eintritte anstatt budgetierten 25'000 !

-     46'000 Euro Sponsoren-Einnahmen anstatt budgetierten 200'000 Euro !

-     Transportkosten von 160'000 Euro anstatt budgetierten 22'000 Euro !

-     Für die Verpflegung von Zuschauern, Sportlern, Betreuern, Funktionären, Schiedsrichtern etc. wurde eine Küche für 120'000 Euro installiert und wegen ausbleibenden Besuchern resultierte hier ein Loch von unfassbaren 250'000 Euro !

Die budgetierten Zahlen wurden von der WKF „vorgegaukelt“, was dazu führte, dass die zwei veranstaltenden Privatpersonen in den Ruin getrieben wurden !

Mehr braucht dazu nicht gesagt zu werden, ausser: Schade, dass unsere wunderschöne Kunst durch solche „Taten“ in den Dreck gezogen wird.

Glücklicherweise gibt es neben der WKF, die auf Leistungssport, Olympische Spiele und Geldmacherei setzt und dabei Werte und Traditionen vernachlässigt, auch eine andere grosse und weltweit aktive Organisation: die WUKF (World Union of Karate-Do Federations). Die WUKF legt den Fokus bewusst auf Werte, Traditionen, Philosophie und Gesundheit.

 

 

Zum Vergleich mit der WKF-WM in Linz jene der WUKF im Juni 2016 in Dublin:

 

 

ca. 2'500 Athleten (gegenüber ca. 1'200 in Linz), 16 Tatamis (gegenüber 5 in Linz), ca. 5'000 Wettkämpfe (!), Kostendeckung für den Veranstalter durch die WUKF, alle Athleten, Betreuer, Funktionäre, Schiedsrichter tragen ihre Kosten selber (ehrenamtlich). Es war ein Riesenanlass und überaus erfolgreich, ohne Verlust für den Veranstalter und ohne mit der riesigen Kelle anzurichten !

Nachfolgend ein kleiner Vergleich der beiden grössten Weltverbände WKF und WUKF:

 

WKF

vs

WUKF

KARATE

 

KARATE-DO

Profitorientierte Organisation

 

Non-Profit-Organisation

Vorstand und Funktionäre arbeiten entgeltlich

 

Vorstand und Funktionäre arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich

Leistungssport, Olympische Spiele, Geldmacherei

 

Werte, Traditionen, Philosophie, Gesundheit

ca. 190 Mitglieds-Länder

ca. 190 Mitglieds-Verbände

(1 Verband pro Land)

 

ca. 120 Mitglieds-Länder

ca. 150 Mitglieds-Verbände

(beliebig viele Verbände pro Land)

ca. 10 Millionen Karateka

 

ca. 6 Millionen Karateka

Kumite:

Aka (rot) und Ao (blau)

Shobu (beliebig viele Punkte) mit Gewichtsklassen und Schützen ähnlich

wie in Teakwondo

 

Kumite:

Traditionell: Aka (rot) und Shiro (weiss)

Ippon-Shobu (1 Punkt, Gewichtsoffen)

und Sanbon-Shobu (3 Punkte) mit Gewichtsklassen

Kata:

Aka (rot) und Ao (blau)

Flaggensystem (KO)

 

Kata:

mit eigenem Gürtel

Punktesystem

 

Ossu!

 

Maurizio M. Gerussi

 

President SKC

 

HIER DER BERICHT DER KRONEN ZEITUNG